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Smart City Fulda: Wie die Stadt mit smarter Infrastruktur überzeugt

  • Yunex Traffic installierte 688 neue LED-Straßenleuchten in nur drei Monaten in Fulda – mit bis zu 79 % Energieeinsparung und deutlich weniger CO₂-Ausstoß.
  • Intelligente Verkehrssensoren und digitales Parkraummanagement verbessern Mobilität, Sicherheit und Effizienz im Stadtverkehr.
  • Zentrale Datenplattform mit Echtzeit-Dashboard ermöglicht transparente, KI-gestützte Stadtsteuerung und ist flexibel erweiterbar.

In der osthessischen Stadt Fulda entsteht derzeit eines der größten Smart-City-Projekte Deutschlands. Im Rahmen des Landesprogramms „Förderung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien in den Kommunen (Kommunalrichtlinie)“ wurde die Stadt in kürzester Zeit mit modernsten Technologien ausgestattet. Ziel ist es, Energieeffizienz, Verkehrssicherheit und Lebensqualität gleichermaßen zu steigern. Verantwortlich für die Gesamtkoordination war Yunex Traffic, das als Generalunternehmer das Projekt leitete und seine Expertise im intelligenten Verkehrsmanagement einbrachte.

Innerhalb von nur drei Monaten wurden in Fulda 688 neue LED-Straßenleuchten installiert, die ihre Helligkeit verkehrsabhängig anpassen und so Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß deutlich reduzieren. Besonderes Augenmerk legte die „Sternenstadt“ dabei auf eine Minimierung der Lichtverschmutzung.

Darüber hinaus umfasst das Projekt weitere Smart-City-Technologien: Verkehrssensoren für eine adaptive und dynamische Steuerung, digitale Parkraumerfassung, eine Vielzahl von IoT-Sensoren zur Erhebung von Umwelt- und Infrastrukturdaten sowie eine zentrale Datenplattform. Gemeinsam bilden diese Bausteine die Grundlage für mehr Energieeffizienz, Sicherheit und Lebensqualität in der Stadt.

Übersicht zu Fuldas Modellprojekt „Smart Infrastruktur Straßenbeleuchtung“

Das Themenfeld Mobilität wurde im Smart-City-Projekt Fulda maßgeblich von Yunex Traffic gestaltet. Als Generalunternehmer koordinierte das Unternehmen das Gesamtprojekt und brachte seine Expertise im Bereich Verkehrsmanagement ein. Ziel war es, moderne Technologien einzusetzen, die Fulda fit für die Mobilitätsherausforderungen der Zukunft machen.

Ein zentraler Baustein war die Installation von rund 25 smarten Verkehrssensoren entlang wichtiger Hauptstraßen. Diese erfassen den Verkehrsfluss in Echtzeit und liefern die Datenbasis, um die Straßenbeleuchtung intelligent zu steuern. Auf Basis der Messwerte passen sich die Leuchten automatisch an das aktuelle Verkehrsaufkommen an, wodurch Sicherheit und Energieeffizienz gleichermaßen verbessert werden.

Parallel zum Smart-City-Projekt wurde im Rahmen einer separaten Ausschreibung der Verkehrsrechner der Stadt Fulda erneuert. Das Management der Lichtsignalanlagen erfolgt über das modernisierte Verkehrsrechnersystem Yutraffic Symphony, das unabhängig vom Smart-City-Projekt realisiert wurde. Auf Basis zusätzlicher Digitalisierungsoptionen und Verkehrssensoren wird die Verkehrslage auf den Hauptverkehrsachsen kontinuierlich erfasst. Die verkehrsabhängige Signalplanauswahl (TASS) greift dabei auf vordefinierte Signalpläne zurück und wählt regelbasiert den jeweils optimalen Plan aus. So können die Schaltungen der Lichtsignalanlagen dynamisch angepasst und Grüne Wellen gezielt optimiert werden.

Mit der Einführung von Yutraffic Symphony verfügt Fulda über eine skalierbare Plattform für Verkehrssteuerung und Verkehrsmanagement, die speziell dafür entwickelt wurde, um Verkehrsherausforderungen im städtischen Bereich ganzheitlich zu meistern. Durch den modularen Aufbau ist das System zukunftssicher und lässt sich an die wachsenden Anforderungen anpassen.

Smarte Beleuchtung: 688 neue LED-Leuchten

Das größte Einzelgewerk im Projekt Fulda war der Austausch von 688 Straßenleuchten durch moderne LED-Systeme. Damit wurde nicht nur eine energieeffiziente Technik eingeführt, sondern auch die Grundlage für eine intelligente, adaptive Steuerung geschaffen. Kernstück ist das iLCS-Lichtmanagementsystem, das jede Leuchte in Echtzeit individuell ansteuern kann und ihre Helligkeit abhängig vom Verkehrsaufkommen automatisch reguliert. So wird die Lichtausgabe bedarfsgerecht angepasst, wodurch sowohl Sicherheit als auch Energieeffizienz verbessert werden.

Das in Fulda eingesetzte System zur adaptiven Dimmung verdeutlicht, welches Potenzial in moderner Lichtsteuerung liegt. Die dynamische Anpassung der Lichtausgabe in Echtzeit ermöglicht eine präzise Steuerung entsprechend der tatsächlichen Straßennutzung. Aus den bisherigen Erfahrungen ergibt sich dabei ein Einsparpotenzial von bis zu 79 Prozent gegenüber herkömmlichen Beleuchtungssystemen. Neben den wirtschaftlichen Effekten leistet die Lösung auch einen Beitrag zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes und unterstützt die städtischen Ziele im Bereich Nachhaltigkeit.

Umgesetzt wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit der RhönEnergie Fulda, die den Austausch der Leuchten verantwortete, sowie Energiedata 4.0 und EBERO FAB, die die Steuerungstechnik und Sensorik integrierten.

Parkraummanagement und IoT-Sensorik

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war die digitale Erfassung von Parkraum. Das Zentrum für Digitale Entwicklung (ZDE) setzte dabei vor allem auf Parkraumkameras, die rund um den Bahnhof und in angrenzenden Straßen installiert wurden. Ergänzend kamen nur wenige Bodenparksensoren zum Einsatz – dort, wo eine kamerabasierte Erfassung technisch nicht möglich war. Auf diese Weise kann nunmehr der Belegstatus von mehr als 200 Stellplätzen in Echtzeit erfasst und für zukünftige Bedarfe ausgewertet werden.

Darüber hinaus war das ZDE für die Auswahl und Installation zahlreicher weiterer IoT-Sensoren verantwortlich – darunter Temperatur-, Bodenfeuchte-, Glatteis- sowie Füllstandsensoren für Abfallbehälter. Diese schaffen eine umfassende Datenbasis für ein vorausschauendes und nachhaltiges Stadtmanagement.

Um die Vielzahl der Sensoren vernetzen zu können, errichtete das ZDE eine flächendeckende LoRaWAN-Infrastruktur. Diese energieeffiziente Funktechnologie ermöglicht die zuverlässige und sichere Übertragung der Sensordaten mit großer Reichweite und minimalem Energieverbrauch.

Zentrale Datenplattform und Dashboard

Die KI-P GmbH entwickelt und betreibt zukünftig für Fulda die zentrale Datenplattform, die als technisches Rückgrat des Projekts alle Datenströme bündeln, verarbeiten und bei Bedarf an Drittsysteme weiterleiten wird. Basierend auf der DIN SPEC 91357 „Referenzarchitekturmodell Offene Urbane Plattformen“ wird sie modular aufgebaut und damit flexibel erweiterbar – neue Anwendungen, Sensoren oder ganze Themenfelder werden sich in Zukunft nahtlos integrieren lassen. Durch die Verwendung etablierter Standards wie beispielsweise die DIN SPEC 91357, der konsequente Einsatz von Open-Source Software sowie die Prämisse offener Schnittstellen werden externe Systeme jederzeit angebunden werden können. Dies wird nicht nur die Zukunftsfähigkeit sicherstellen, sondern ermöglicht einen interoperablen Datenaustausch zwischen verschiedensten IT-Systemen und Datenquellen.

Ein zentrales Element wird das Dashboard sein, das komplexe und große Datenmengen aus Beleuchtung, Verkehr, Parkmanagement, Umwelt und Abfall in Echtzeit visualisieren wird. Neben der Informationsfunktion für unterschiedliche Nutzergruppen – von Bürger:innen bis Verwaltungsmitarbeiter:innen – wird das Dashboard die Basis für tiefergehende Datenanalysen, u.a. durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bilden. Für Verwaltung und Entscheidungsträger:innen entsteht so eine intuitive Arbeitsoberfläche, die schnelle Reaktionen und fundierte Entscheidungen ermöglichen wird.

Ein weiterer zentraler Aspekt wird die digitale Souveränität sein: Die Plattform wird ausschließlich auf Servern in Deutschland betrieben. Damit werden die Daten höchsten Sicherheits- und Datenschutzstandards gemäß DSGVO unterworfen. Städte und Kommunen werden jederzeit die volle Kontrolle über ihre Daten behalten, ohne Abhängigkeit von außereuropäischen Cloud-Anbietern. Dies wird nicht nur die Datensicherheit stärken, sondern auch die Handlungsfähigkeit und Unabhängigkeit der Kommune im digitalen Raum.

Mit diesem Ansatz wird Fulda nicht nur Transparenz über sämtliche Smart-City-Daten schaffen, sondern auch die Grundlage für automatisierte Prozesse und Prognosen, die weit über das heutige Projekt hinausreichen.Übersicht zu Fuldas Modellprojekt „Smart Infrastruktur Straßenbeleuchtung“

Dashboard mit Echtzeitdaten aus der zentralen Datenplattform

Wie Fulda mit smarter Infrastruktur neue Maßstäbe setzt

Mit dem Projekt Fulda ist in kurzer Zeit ein beispielhaftes Ökosystem für die Stadt der Zukunft entstanden. Die Kombination aus smarter Beleuchtung, intelligenter Verkehrssteuerung, digitalem Parkraummanagement und einer zentralen Datenplattform steigert Energieeffizienz, Sicherheit und Lebensqualität deutlich. Dank modularer Architektur und offener Schnittstellen bleibt die Lösung zudem erweiterbar und schafft die Grundlage für künftige Anwendungen – ein Modell, das über Fulda hinaus Strahlkraft für andere Kommunen entfalten kann.