Smart Procurement im Verkehrsmanagement: Vom Produkt- zum ergebnisorientieren Ansatz
Smart Procurement im Verkehrsmanagement (ITS) bedeutet, bereits im Beschaffungsprozess strategische Entscheidungen zu treffen.
Die Art und Weise, wie Städte Intelligente Verkehrssysteme (ITS) planen und beschaffen, befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Was früher ein Prozess war, der sich auf Hardware, detaillierte Spezifikationen und Compliance konzentrierte, entwickelt sich hin zu Smart Procurement – einem strategischen Ansatz, der Innovation, Flexibilität und messbare Ergebnisse für die zentralen Mobilitätsherausforderungen ermöglicht.
Dieser Wandel ist nicht optional. Moderne Mobilitätssysteme sind keine statische Infrastruktur mehr. Sie sind digital, vernetzt und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Infolgedessen sind traditionelle Beschaffungsmodelle zunehmend nicht mehr in der Lage, mit der Komplexität heutiger Mobilitätsherausforderungen Schritt zu halten.
Vom produktbasierten zum ergebnisorientierten Beschaffungsansatz
Outcome-Based Procurement führt zu einer grundlegenden Veränderung der Verantwortlichkeiten. Erfolg wird nicht mehr an der Lieferung von Hardware gemessen, sondern an der Erfüllung klar definierter KPIs. Dadurch werden die Anreize zwischen öffentlichen Auftraggebern und Anbietern ausgerichtet und eine kontinuierliche Verbesserung ermöglicht.
Traditionelle Beschaffungsansätze wurden für stabile und planbare Systeme entwickelt. Moderne ITS-Lösungen hingegen basieren auf Software, Daten und kontinuierlichen Weiterentwicklungen. Die sogenannte Innovation Procurement ermöglicht es Städten, solche Lösungen zu nutzen, indem sie mehr Flexibilität bei der Definition von Anforderungen und der Weiterentwicklung von Lösungen schafft.
Das bedeutet konkret:
- Raum für neue Technologien wie KI, V2X und digitale Zwillinge
- die Möglichkeit, Lösungen schrittweise weiterzuentwickeln statt einmalig umzusetzen
- Beschaffungsmodelle, die Innovation fördern und gleichzeitig Fairness und Transparenz sicherstellen
Innovation Procurement bedeutet damit nicht nur, neue Technologien zu beschaffen. Es geht darum, neue Wege zu ermöglichen, um bestehende Probleme besser zu lösen.
Mit diesen Entwicklungen wird Beschaffung mehr als nur eine operative Funktion. Sie entwickelt sich zu einer strategischen Fähigkeit, die ganze Mobilitätssysteme mitgestaltet.
In der Praxis bestimmen Beschaffungsentscheidungen:
- die Systemarchitektur und Interoperabilität
- die Fähigkeit, unterschiedliche Datenquellen zu integrieren
- die Flexibilität, Lösungen zu skalieren und weiterzuentwickeln
Um dieser Rolle gerecht zu werden, muss Beschaffung ihr strategisches Denken, ihre Wirkungsorientierung und ihre Problemlösungskompetenz stärken. Entscheidend ist, zu definieren, was Systeme in Zukunft leisten sollen – und nicht, wie sie technisch im Detail aufgebaut sind.
Innovation Procurement
Innovation Procurement als Treiber des Wandels
Traditionelle Beschaffungsansätze wurden für stabile und planbare Smart und ergebnisorientierte Beschaffung basiert auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Auftraggebern und Anbietern.
Dazu gehören:
- gemeinsam definierte und messbare KPIs
- geteilte Ziele und abgestimmte Anreize
- offener Zugang zu Daten und Leistungskennzahlen
Vertrauen schafft Offenheit. Und Offenheit ermöglicht bessere Lösungen.
Fehlt diese Grundlage, bleibt Beschaffung rein transaktional und Innovation wird ausgebremst.
Beschaffungsentscheidungen im Fokus
Beschaffung als strategische Fähigkeit
Mit diesen Entwicklungen wird Beschaffung mehr als nur eine operative Funktion. Sie entwickelt sich zu einer strategischen Fähigkeit, die ganze Mobilitätssysteme mitgestaltet.
In der Praxis bestimmen Beschaffungsentscheidungen heute:
- wie Systeme aufgebaut sind und miteinander interagieren
- ob und wie unterschiedliche Datenquellen integriert werden können
- wie flexibel sich Lösungen skalieren und weiterentwickeln lassen
Damit übernimmt Beschaffung eine zentrale Rolle bei der Gestaltung moderner Mobilitätslösungen.
Um dieser Rolle gerecht zu werden, braucht es ein Umdenken: weg von rein technischen Vorgaben hin zu einem fähigkeitsorientierten Ansatz. Entscheidend ist nicht mehr, wie ein System im Detail aufgebaut ist, sondern was es leisten soll.
Vom Einzelanbieter zum Ökosystem
Eine der wichtigsten Konsequenzen von Smart Procurement ist der Wandel vom einzelnen Anbieter hin zu Ökosystemen aus Partnern.
Mobilitätsherausforderungen sind komplex und eng miteinander verknüpft. Die Verbesserung eines Buskorridors zum Beispiel bedeutet nicht nur, mehr Fahrzeuge einzusetzen. Häufig sind verschiedene Maßnahmen erforderlich, etwa:
- Priorisierung an Ampeln
- V2X-Kommunikation
- Optimierung ganzer Verkehrskorridore
Solche Lösungen erfordern Expertise aus unterschiedlichen Bereichen.
Smart Procurement muss daher offen und flexibel gestaltet sein. In manchen Fällen kann ein Anbieter eine integrierte Gesamtlösung liefern. In anderen Fällen ist die Zusammenarbeit mehrerer Partner notwendig.
Dabei ist es entscheidend, Lock-in-Effekte zu vermeiden und Interoperabilität sicherzustellen. Nur so bleiben Städte langfristig flexibel und können ihre Systeme weiterentwickeln.
Fazit: Smart Procurement ermöglicht bessere Mobilität
Der Wandel hin zu ergebnisorientierter Beschaffung ist weit mehr als eine prozessuale Anpassung. Er ist ein zentraler Treiber für Innovation in der Mobilität.
Durch die Anwendung von Smart und Outcome-Based Procurement können Städte den Fokus von einzelnen Komponenten hin zu ganzheitlichen Lösungen verschieben – hin zu Lösungen, die messbare Ergebnisse liefern.
Dieser Ansatz ermöglicht es Mobilitätssystemen:
- sich flexibel an veränderte Bedingungen anzupassen
- neue Technologien schnell zu integrieren
- und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln
Die Zukunft der Mobilität wird nicht durch die Produkte bestimmt, die wir kaufen.
Sondern durch die Ergebnisse, die wir erreichen.
Und dabei spielt Beschaffung eine entscheidende Rolle.
