Weigh-in-Motion (WIM): Schlüsseltechnologie für den Schutz der Straßeninfrastruktur
Weigh-in-Motion (WIM) misst Achslasten und Gesamtgewichte von Nutzfahrzeugen während der Fahrt – auch bei Autobahngeschwindigkeit. Überladene Fahrzeuge können dadurch frühzeitig erkannt und gezielt zur Kontrolle ausgeleitet werden, ohne den Verkehrsfluss unnötig zu beeinträchtigen. WIM leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Straßen und Brücken sowie zur effizienten Durchsetzung von Gewichtsvorschriften.
Warum WIM relevant ist
Straßen werden vor allem durch hohe Achslasten belastet. Nach der sogenannten Vierte-Potenz-Regel führen bereits geringe Überschreitungen zu deutlich höheren Fahrbahnschäden: Eine Achsüberladung von 10 % kann rund 46 % mehr Schaden verursachen, bei 50 % Überladung steigt die Belastung auf etwa das Fünffache. Auch Brücken können durch erhöhte Achslasten stärker beansprucht werden.
Ein WIM-System erfasst in einem Überfahrvorgang unter anderem Achslasten, Gesamtgewicht, Achsabstände, Geschwindigkeit, Fahrzeugklassifizierung und – in Kombination mit Kennzeichenerkennung – die Fahrzeugidentifikation.
WIM und stationäre Kontrollen
Stationäre Waagen liefern sehr präzise Messergebnisse, sind jedoch zeit- und personalintensiv. High-Speed-WIM-Systeme prüfen dagegen jedes vorbeifahrende Fahrzeug im laufenden Verkehr und ermöglichen eine risikobasierte Vorauswahl. Die rechtlich verbindliche Gewichtsfeststellung erfolgt anschließend weiterhin über eine stationäre Nachverwiegung.
Je nach Einsatzfall kommen unterschiedliche Sensortechnologien zum Einsatz. Piezoelektrische Sensoren, Quarzsensoren, Polymer-Sensoren, Bending-Plate-Systeme und Load-Cell-Systeme unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Genauigkeit, Kosten, Installationsaufwand und Langzeitstabilität. Für besonders präzise Kontrollanwendungen werden häufig Quarz-, Bending-Plate- oder Load-Cell-Systeme eingesetzt.

Bridge Weigh-in-Motion und virtuelle Wiegestationen
Bei Bridge Weigh-in-Motion (B-WIM) werden Sensoren an einer Brücke installiert; die Brücke selbst dient als Messelement. Vorteile sind der geringe Eingriff in die Fahrbahn, eine schnelle Installation sowie zusätzliche Daten für das Brückenmonitoring.
Rur-Scholle Süd als Referenz für eine neue Generation digitaler Gewichtskontrollanlagen
Die digitale LKW-Gewichtskontrollanlage Rur-Scholle Süd auf der A4 zwischen Aachen und Köln steht für eine neue Generation von Gewichtskontrollsystemen von Yunex Traffic in Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH und dem BALM. Im Unterschied zu herkömmlichen WIM-Einrichtungen beschränkt sich die Lösung nicht auf die Messung und Vorauswahl überladener Fahrzeuge, sondern verbindet WIM-Sensorik, Kennzeichenerkennung, Bilddokumentation, Verkehrssteuerung, zentrales Bedienterminal und stationäre Nachverwiegung zu einem integrierten Gesamtprozess.

Die digitale LKW-Gewichtskontrollstelle auf der A4 erleichtert den Behörden ihre tägliche Arbeit.
Verdachtsfälle werden automatisiert erkannt, bewertet und sicher in den Kontrollbereich ausgeleitet. Damit wird aus der reinen Gewichtserfassung ein durchgängiger digitaler Kontrollprozess, der Bedienpersonal entlastet, Kontrollen zielgerichteter macht und den Verkehrsfluss möglichst wenig beeinträchtigt.
Yunex Traffic liefert einen erheblichen Beitrag zur WIM-Technologie
Yunex Traffic übernimmt hierbei die Rolle eines Systemintegrators und Anbieters schlüsselfertiger, kundenspezifischer Gesamtlösungen. Das Unternehmen führt WIM-Sensorik, Kennzeichenerkennung, Bilddokumentation, Verkehrssteuerung, zentrales Bedienterminal und die Einbindung der stationären Nachverwiegung zu einer anwendungsreifen Lösung zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die technische Integration, sondern auch ein durchgängiger Kontrollprozess, der auf die Anforderungen des Kunden und den praktischen Betrieb vor Ort zugeschnitten ist.
WIM-Daten können in Verkehrsmanagementplattformen integriert werden und unterstützen neben der Gewichtskontrolle auch Brückenüberwachung, Infrastrukturmanagement, Investitionsplanung und dynamische Verkehrssteuerung.
Weigh-in-Motion: Fazit
Weigh-in-Motion entfaltet seinen größten Nutzen als Bestandteil eines integrierten Verkehrs- und Infrastrukturmanagements. Die Technologie hilft, überladene Fahrzeuge effizient zu identifizieren, Instandhaltungskosten zu reduzieren, Brücken und Fahrbahnen gezielter zu überwachen und Investitionsentscheidungen auf reale Belastungsdaten zu stützen.
Durch die Kombination aus präziser Sensorik, intelligenter Datenintegration und automatisierten Prozessen wird WIM zu einem wirkungsvollen Instrument für den wirtschaftlichen und nachhaltigen Erhalt der Straßeninfrastruktur.
