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5 Fragen, 5 Antworten: Wie lassen sich Daten im Verkehrsmanagement optimal nutzen?

Daten im Verkehrsmanagement

Der Mobilitätssektor befindet sich in einer rasanten digitalen Transformation und erzeugt enorme Mengen an Echtzeitdaten. Um dieses Potenzial vollständig zu nutzen, müssen Behörden und Mobilitätsbetreiber eine robuste Cybersicherheit gewährleisten, Daten im Verkehrsmanagement gezielt nutzen und neue Technologien wie KI und digitale Zwillinge integrieren. Wir haben Dominic Berges, Product Lifecycle Manager bei Yunex Traffic, gefragt, wie Behörden das volle Potenzial von Daten und Digitalisierung ausschöpfen können, um intelligentere, effizientere und sicherere Verkehrssysteme zu schaffen.

Dominic, wie wird sich die Mobilität mit dem Aufkommen vernetzter und datengetriebener Technologien entwickeln?

Die Zukunft der Mobilität wird zweifellos stärker vernetzt, intelligenter und datengetriebener. Technologien wie KI, Echtzeitdaten und digitale Zwillinge werden die Art und Weise, wie wir Verkehrssysteme steuern und optimieren, grundlegend verändern. Echtzeitdaten ermöglichen fundiertere Entscheidungen, da sie unmittelbares Feedback zu Verkehrsflüssen, Vorfällen und Straßenbedingungen liefern. Digitale Zwillinge bilden Verkehrsnetze virtuell ab und simulieren reale Szenarien, wodurch sich Verkehrsflüsse gezielter optimieren lassen. KI-gestützte Lösungen verbessern zudem bestehende Detektionsmechanismen und tragen letztlich zu mehr Verkehrssicherheit bei.

Diese Entwicklungen steigern nicht nur die Effizienz, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Verkehrsmanagement – durch reduzierte Emissionen, eine bessere Ressourcennutzung und eine insgesamt höhere Systemleistung. Letztlich entstehen so intelligentere und anpassungsfähigere Systeme, die den sich wandelnden Anforderungen der Mobilität gerecht werden.

Was sind die größten Herausforderungen für Mobilitätsbetreiber in dieser Transformation?

Mobilitätsbetreiber stehen vor mehreren zentralen Herausforderungen, wenn sie das Potenzial der Digitalisierung vollständig ausschöpfen wollen. Die erste ist die Fragmentierung von Daten. Verkehrssysteme erzeugen enorme Datenmengen, doch viele dieser Daten bleiben ungenutzt, da sie über verschiedene Systeme und Plattformen verteilt sind.

Der Mangel an Interoperabilität zwischen diesen Systemen führt häufig dazu, dass Chancen für Zusammenarbeit und tiefere Erkenntnisse ungenutzt bleiben. Gleichzeitig steigen mit zunehmender Vernetzung auch die Risiken im Bereich der Cybersicherheit. Angriffe auf kritische Infrastrukturen nehmen zu, und die Absicherung von Mobilitätssystemen war noch nie so wichtig wie heute. Hinzu kommt, dass viele bestehende Systeme in Silos organisiert sind, was die Integration und den Datenaustausch zwischen Behörden und Dienstleistern erschwert. Es besteht ein klarer Bedarf an integrierten Plattformen, die verschiedene Systeme – etwa für Verkehr, Parken oder öffentlichen Nahverkehr – miteinander verbinden und Echtzeitdaten gemeinsam nutzbar machen.

Wie unterstützt Yunex Traffic Städte und Betreiber dabei, Daten im Verkehrsmanagement besser zu nutzen?

Bei Yunex Traffic bieten wir Plattformen für das Mobilitätsmanagement, die zuvor isolierte Systeme integrieren und das volle Potenzial von Daten erschließen. Unser Ansatz basiert auf Datenintegration, die eine bessere Kommunikation und Koordination zwischen verschiedenen Akteuren ermöglicht – von Behörden über Städte bis hin zu Serviceanbietern. Unsere Verkehrsmanagement-Plattform liefert Echtzeit-Einblicke, die fundierte Entscheidungen unterstützen, sei es bei der Optimierung von Verkehrsflüssen oder bei der schnelleren Reaktion auf Vorfälle.

Gleichzeitig entwickeln wir unsere Systeme mit einem klaren Fokus auf Cybersicherheit. Durch „Security by Design“ stellen wir sicher, dass kritische Infrastrukturen von Anfang an geschützt sind. Mit einem Fokus auf Flexibilität und Skalierbarkeit ermöglichen wir es Städten, sich schnell an neue Anforderungen anzupassen – etwa durch steigende Zahlen vernetzter Fahrzeuge, neue regulatorische Vorgaben oder sich wandelnde urbane Bedürfnisse. In Zusammenarbeit mit Partnern wie Aimsun und VMZ Berlin bieten wir zudem moderne Werkzeuge für prädiktive Modellierung und Datenanalyse, die Städte dabei unterstützen, ihre Verkehrsnetze zu optimieren und ihre Effizienz zu steigern.

Welche Rolle spielen starke Partnerschaften bei digitalen Mobilitätslösungen?

Starke Partnerschaften sind entscheidend, um Fortschritte im Bereich digitaler Mobilität zu ermöglichen. Bei Yunex Traffic wissen wir, dass kein Unternehmen allein alle Herausforderungen dieses dynamischen Umfelds bewältigen kann. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir Städten und Betreibern ein ganzheitliches Lösungsportfolio: Von Systemintegration und Datenanalyse bis hin zu prädiktiver Modellierung und multimodalen Mobilitätslösungen.

Aimsun bringt beispielsweise umfassende Expertise in der Verkehrssimulation und prädiktiven Analyse ein und hilft Städten, Verkehrsflüsse besser zu verstehen und zukünftige Anforderungen zu planen. VMZ Berlin ergänzt dies durch multimodale Mobilitätslösungen und Bürger-Dashboards, die nicht nur die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger verbessern, sondern auch Transparenz schaffen und Bürger stärker in die Mobilitätsplanung einbeziehen. Diese und weitere Partnerschaften ermöglichen es uns, End-to-End-Lösungen anzubieten und Städte umfassend zu unterstützen.

Welche Entwicklungen werden die Zukunft der Mobilität prägen?

Mit Blick auf die Zukunft zeichnen sich mehrere zentrale Entwicklungen ab, die die Mobilität von morgen prägen werden. Einer der bedeutendsten Trends ist die wachsende Nachfrage nach skalierbarer Cloud‑Infrastruktur, die in der Lage ist, die enormen Datenmengen aus vernetzten Fahrzeugen und Smart Cities zu verarbeiten. Da Mobilität zunehmend datengetrieben wird, wird der Bedarf an flexibler Rechenleistung weiter steigen.

Auch die Cybersicherheit wird ein zentrales Thema bleiben, da vernetzte Systeme immer komplexer und weiter verbreitet werden. Die Gewährleistung von Sicherheit und Resilienz dieser Systeme ist entscheidend für ihren langfristigen Erfolg. Ein weiterer Trend, den wir beobachten, ist der zunehmende Druck auf Regierungen und Regulierungsbehörden, den Datenaustausch zu fördern.

Initiativen wie Open‑Data‑Strategien bewegen Städte und Mobilitätsanbieter dazu, ihre Daten zugänglicher zu machen. Dies unterstützt Innovationen und ermöglicht stärker kollaborative Lösungen. Schließlich erwarten wir eine weiter zunehmende Integration neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Digitalen Zwillingen und Predictive Analytics. Diese werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, Verkehrssysteme effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten.

Durch die Nutzung dieser technologischen Fortschritte können wirklich intelligente Mobilitätsökosysteme entstehen, die den Bedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern ebenso gerecht werden wie denen von Mobilitätsbetreibern.